Habe mit
Wolfgang Kaes, Journalist und Thrillerautor, über sein neues Buch
gesprochen. Für „
Herbstjagd“ hat er ausgedehnte Recherchen zum Thema Stalking unternommen. Was mich über dieses Interview hinaus seitdem beschäftigt, sind seine Aussagen über die Wechselwirkungen zwischen
Stalking und Internet.

Kaes sagt, die Verbreitung des Internet habe den Boom des Phänomens Stalking begünstigt. Die Leute seien im Netz einfach unvorsichtig und gäben zuviel Persönliches preis.
Besonders heikel seien Partnerbörsen. Grund: „Unter den 30- bis 40-Jährigen, die in der realen Welt Kontaktschwierigkeiten haben und dann im Netz auf Partnersuche gehen, haben überdurchschnittlich viele eine psychische Basis, die sie dafür prädestiniert, Stalker oder auch Stalking-Opfer zu werden. Stalker sind Menschen, die mit Grenzen nicht klarkommen und ein „Nein“ nicht akzeptieren wollen. Ihre Opfer wiederum haben meinst grosse Probleme, „Nein“ zu sagen und Grenzen zu setzen. Und genau diese Leute treffen dann dort aufeinander.“
Gut, jetzt nicht soo mein Problem, stehe bei aller Internetaffinität doch eher auf old-school Offline-Dating. Aber: Gerade Stalker vom Typ „Psychopath“ (
siehe Interview) gehen laut Kaes wohl auch sonst gern im Internet auf die Jagd.
Und da frage ich mich natürlich: Wie persönlich darf ich dann noch sein? Wie kann ich mich schuetzen, wenn ich privat wie beruflich aufs Netz angewiesen bin? Für jeden Freiberufler ist Vernetzung lebenswichtig - wie kann ich geschützt und gleichzeitig online präsent sein? Soll ich mich vor potentiellen Cyberstalkern hinter einem Wald von Pseudonymen verstecken? Das ist doch lächerlich!
Andererseits... welcher Psycho liest jetzt gerade mit, was ich hier vor mich hinschreibe und denkt sich „Ha ha, die Alte knöpf ich mir mal vor...“
Wie gut, dass hier jetzt auch jeder Psycho mitlesen kann, dass „die Alte“ den dritten Dan in Karate hat und ihm dann mal ganz entspannt alle Knochen brechen kann.
So.
AReinhardt - 4. Okt, 17:35